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Das erste Semester Medizin an der Medizinischen Universität Innsbruck

Das 1. Semester an der Medizinischen Universität Innsbruck – von UKM bis Sezierkurs

Noch sehr genau erinnere ich mich an jenen Tag im August, an dem die MedAT-Ergebnisse bekannt gegeben wurden und ich viel zu lange nervös vor meinem Handy saß, bis ich es endlich wagte, meine E-Mails zu lesen. Umso glücklicher war ich, als ich dann tatsächlich ein positives Ergebnis zu sehen bekam. Die Vorbereitungen haben sich gelohnt und ich war meinem Traumberuf ein kleines Stück näher – doch wie geht der Weg bis dahin weiter? Da ich damals selbst um ein paar Vorinformationen ganz dankbar gewesen wäre, fasse ich in diesem Eintrag das erste Semester des Medizinstudiums in Innsbruck kurz zusammen, damit ihr euch ungefähr vorstellen könnt, was in den ersten Monaten nach dem bestandenen MedAT auf euch zukommt.

Der erste Monat - die UKM-Phase

Damit man sich anschließend für die praktischen Kurse wie das Physikpraktikum, Biochemie im Labor oder den Sezierkurs anmelden darf, muss man Ende Oktober die erste schriftliche Prüfung bestehen: die UKM, kurz für „Umgang mit kranken Menschen“. Der Oktober im ersten Semester besteht also daraus, sich jeden Vormittag Vorlesungen aus verschiedenen Fachgebieten anzuhören, sofern man möchte, und deren Inhalte zu lernen. In der UKM dreht sich noch vieles um Erste Hilfe, das Erkennen von typischen Krankheitsbildern, ärztliche Entscheidungsfindung und die Pflege von zukünftigen Patienten/Patientinnen. Darüber hinaus bekommt man eine kleine Einführung in die Anatomie und Histologie. So stellt die UKM einen sehr netten Eingang ins Studium dar, bevor es mit Biochemie, Physik und anderen allbekannten „Lieblingsfächern“ losgeht.  Außerdem bereitet das gleichzeitige Lernen auf mehrere Fächer, die dann alle gemeinsam in einer Prüfung abgefragt werden, ganz gut auf die zukünftigen, weitaus umfangreicheren Prüfungen am Semesterende vor: die KMPs.

Das erste Semester - die erste KMP

KMP steht für kumulative Modulprüfung und eine solche findet am Ende jedes Semesters statt. Hierbei wird der Stoff aus allen Vorlesungen in einer großen Prüfung abgefragt, man sollte also durchaus mehrere Wochen Vorbereitungszeit einplanen. Die erste KMP besteht vor allem aus Anatomie, wo alle Knochen, Gelenke und Muskeln behandelt werden, und aus Chemie. Darüber hinaus gibt es noch einige kleinere Fächer wie Physik, Biologie und Humangenetik, Histologie, Ethik, Statistik und Allgemeinmedizin. Hier kann ich nur anmerken, dass man vor allem im ersten Semester wirklich klar im Vorteil ist, wenn man sich gut auf den BMS im MedAT vorbereitet hat, denn genau diese Grundlagen werden in den Vorlesungen aufgegriffen und vertieft. Der beste Tipp, um eine KMP zu bestehen, wäre wohl einfach, früh genug mit der Vorbereitung zu beginnen und vor allem die letzten zwei Wochen vor der Prüfung besonders intensiv zu lernen. Dies ist im ersten Semester allerdings gar nicht so leicht, denn im Januar steht vor der KMP noch eine andere Herausforderung auf dem Plan: der kleine Sezierkurs.

Der kleine Sezierkurs

In der ersten Studienwoche habe ich von einem Studenten aus einem höheren Semester folgendes gehört: Erst wenn man den kleinen Sezierkurs bestanden hat, darf man sich endgültig als Medizinstudent bezeichnen. Und jetzt im Nachhinein kann ich bestätigen, ja, der Sezierkurs ist definitiv die erste größere Herausforderung im Studium, war in meinen Augen aber gleichzeitig ein spannendes Highlight. Der kleine Sezierkurs beginnt nach den Weihnnachtsferien und nimmt drei Wochen lang von Montag bis Freitag je zwei Stunden am Nachmittag ein. Gemeinsam mit sieben Mitstudentinnen und Mitstudenten arbeitet man hierbei an einem Tisch und präpariert gemeinsam an einem echten menschlichen Körper die Muskeln frei.

 

In der ersten Woche bekommt man die Möglichkeit, bereits vorgefertigte Präparate aller Gelenke zu studieren, um alle Knochen, Knochenpunkte, Gelenksflächen, Bänder und sonstige Besonderheiten am echten Präparat erkennen und benennen zu können. Im Anschluss folgt das erste Assessment. Assessments sind die mündlichen Prüfungen im Sezierkurs, die zu guter Recht von fast allen Studentinnen und Studenten gefürchtet werden. Bei jedem Assessment werden drei Fragen gestellt, wobei jede Frage wiederum aus einer Zeigefrage und zwei Zusatzfragen besteht. Die Zeigefrage könnte beispielsweise lauten: „Zeigen Sie mir das Ligamentum coracoclaviculare!“. Dann ist die oberste Devise, dieses Band im Schultergelenk möglichst schnell richtig zu zeigen, denn jeder Professor und jede Professorin bevorzugt eine schnelle, kompakte Antwort gegenüber langem Herumgesuche und Herumgedruckse – in einer Stresssituation oft eine große Herausforderung. Doch die Zeigefrage richtig zu beantworten, hat höchste Priorität, denn ansonsten werden die zwei Zusatzfragen gar nicht erst gestellt und man verliert sofort alle möglichen Punkte für die erste Frage, was wirklich kein wünschenswerter Start in ein Assessment wäre. Wer sich allerdings ordentlich vorbereitet, hat im Normalfall kein Problem, die Prüfung zu bestehen, und darf nun, nach einer ordentlichen Party natürlich, zum wirklich spannenden Teil des Kurses fortschreiten.

 

In den folgenden zwei Wochen präpariert nämlich jeder Student und jede Studentin die Muskeln an einer Körperregion eines Körperspenders. Zuvor hatte ich noch nie einen echten toten Körper gesehen, weshalb ich an diesem Kurstag fast so nervös war wie beim Assessment am Vortag. Nachdem erklärt wurde, wie man ein Skalpell überhaupt richtig verwendet, fühlte ich mich jedoch mehr als bereit dazu, das Gelernte auch umzusetzen und begann an meiner Region, dem Thorax, zu arbeiten. Zuerst wird die Haut abgelöst und anschließend das darunterliegende Fettgewebe entfernt, sodass nun die Muskeln freiliegen. Innerhalb der zwei Wochen präparierte ich also den M. pectoralis major, den M. pectoralis minor und die Interkostalmuskulatur frei, so schön ich konnte, denn auch die Präparation wird am Ende mit Punkten bewertet. Am letzten Kurstag galt es dann, das zweite Assessment zu bewältigen, in dem alle Muskeln außer die am Kopf abgeprüft wurden und ja, der Mensch hat echt verdammt viele. Eine Prüfungsfrage bestand dann in den meisten Fällen daraus, einen Muskel zu zeigen und anschließend ohne lange Bedenkzeit seinen Ursprung, seinen Ansatz, seine Funktion und den Nerven, der ihn innerviert, zu nennen. Wer gut gelernt hat und sich alle Muskeln mit den zugehörigen Informationen in den vergangenen zwei Wochen ins Hirn geprügelt hat, was zwar nicht lustig, aber durchaus möglich ist, sollte auch beim zweiten Assessment keine allzu großen Schwierigkeiten haben.

 

Nun ist auch der Sezierkurs geschafft und ganze vier Tage nach dem zweiten Assessment durften wir dann auch schon unsere erste KMP schreiben – der Januar war wirklich ein toller Monat, sofern man gerne auf Freizeit verzichtet. Aber die Vorfreude auf den großen Sezierkurs im dritten Semester war schon damals sehr groß, denn dann geht es endlich an die wirklich spannenden Dinge wie zum Beispiel die Eröffnung des Schädels oder der Bauchhöhle, aber dazu ein anderes Mal.

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