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Warum sollte ich Medizin studieren?

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Ob in Österreich durch den MedAT, in Deutschland durch den NC oder anderswo durch etwaige Aufnahmeverfahren, man kann eines klar feststellen: Das Ergattern eines Medizinstudienplatzes ist gar nicht so einfach und erfordert schon einiges an Engagement, bevor du das Studium überhaupt beginnen kannst. Durch die zunehmende Anzahl an Interessierten scheint es auch verständlich, dass die Universitäten schon im Vorhinein die in ihren Augen am besten geeignetsten Bewerberinnen und Bewerber herausfiltern möchten. Doch woher kommt dieser Kampf um Studienplätze? Warum träumen so viele junge Menschen von einem Medizinstudium? Die Gründe sind vielfältig und reichen von Faszination am menschlichen Körper über das Bedürfnis, etwas Hilfreiches für seine Mitmenschen zu tun, bis zu dem Wunsch nach Prestige, Anerkennung und einer prallen Geldtasche. In den meisten Fällen ist es wahrscheinlich eine Kombination aus vielen Dingen, die einen letztendlich zu dem Schluss bringen: Ich möchte Medizin studieren! Hiermit will ich dir ein paar Anregungen geben, warum das genau das Richtige für dich sein könnte. 

Das Medizinstudium ist abwechslungsreich und bietet sowohl theoretische Lernphasen, die dir beispielsweise jedes Detail der menschlichen Biochemie näherbringen sollen, als auch praktische Einheiten, in denen du lernst, wie du deinen zukünftigen Patienten richtig zuhörst oder wie du eine Wunde versorgst. Vor allem in den ersten Semestern musst du dir viel theoretisches Wissen aneignen, was manchmal auch mühsam sein kann. Jedoch musst du vieles davon auch praktisch anwenden, sei es im Labor oder beim Sezieren an einem Körperspender. Spätestens dann wird einem die klinische Relevanz von einem Großteil des Gelernten bewusst und auch wenn man später nicht alles davon braucht und sehr viel bestimmt auch nicht mehr weiß, bekommt man insgesamt doch einen guten Überblick und ein gutes Allgemeinverständnis, das es im Zuge der medizinischen Laufbahn immer weiter auszubauen gilt, je nachdem für welche Richtung man sich später entscheidet.  

Hier kommen wir bereits zu einem entscheidenden Punkt: Das Medizinstudium dauert im besten Fall sechs Jahre, wovon ein Jahr bereits nur mehr aus Praktika an verschiedenen Krankenhäusern besteht. Ein weiterer großer Teil deiner Laufbahn, der dich dann wirklich lange beschäftigt und im Grunde dein Leben ausmacht, kommt allerdings erst danach. Für mich persönlich ist das große Ziel, irgendwann als Ärztin arbeiten zu können, ein großer Antrieb, da ich den Beruf wirklich schön finde. Trotzdem sollte man sich auch hier im Vorhinein überlegen, ob man sich sein Leben wirklich so vorstellt, denn bis zum Traumjob Arzt ist es ein langer Weg, der auch nach dem Studium noch nicht vorbei ist. In dieser Phase wird dein Leben aus vollgepackten Wochen, Überstunden und viel Stress bestehen. Als angehender Mediziner oder angehende Medizinerin wirst du in deinem Leben also bestimmt Zeiten haben, in denen du für deinen Job dein Privatleben um ein ganzes Stück zurückschrauben musst. Außerdem musst du sehr viel Verantwortung übernehmen, immerhin hängen von deinem Tun Menschenleben ab, was auch belastend sein kann. Deshalb bin ich der Meinung, dass es eine gewisse Leidenschaft für die Medizin, die über den simplen Wunsch nach einem hohen Gehalt hinausgeht, braucht, um diesen Weg wirklich erfolgreich meistern zu können und den zukünftigen Patienten zielführend helfen zu können. Doch bereits für den MedAT gilt: Wer es wirklich will, kann es auch schaffen. Schon hier wird im Prinzip getestet, wie sehr du für einen Studienplatz brennst. Bist du bereit, dich einer wochenlangen Vorbereitung zu stellen, um dir dein Traumstudium zu ermöglichen? 

Wenn der Wille da ist, könnte das für dich dein Weg zu einem sehr schönen Ziel führen. Als Arzt oder Ärztin hast du jeden Tag die Möglichkeit, deinen Mitmenschen zu helfen und in deren Leben viel zu bewegen. Außerdem hast du viel sozialen Kontakt und kannst dich immer wieder auf neue Herausforderungen gefasst machen, wobei diese Dinge natürlich auch abhängig von dem Fach sind, für das du dich später entscheidest. Grundsätzlich gibt einem das Medizinstudium doch ein eher klares Berufsbild vor: Arzt oder Ärztin. Trotzdem kannst du dich einerseits durch die Facharztausbildung noch darauf fokussieren, was dich besonders interessiert, und damit auch deinen Berufsalltag in einer gewissen Weise beeinflussen. Andererseits musst du auch nach einem abgeschlossenen Medizinstudium nicht unbedingt im Krankenhaus oder in einer Praxis arbeiten, sondern auch andere Wege stehen dir immer noch offen wie beispielsweise ein beratender Posten bei einer Krankenversicherung, der Weg in die Gesundheitspolitik oder eine Stelle in der Forschung. Du hast also einerseits eine Auswahl, kannst aber andererseits auch immer den klassischen Weg einschlagen.  

Dieser Blick auf die Zukunft ist natürlich wichtig, aber auch die Zeit während des Studiums hat bereits viel zu bieten. Sollte sich die derzeitige Pandemiesituation wieder bessern, stehen dir viele gemeinsame Feiern mit deinen Kommilitonen bevor. Im Vergleich zu anderen Studiengängen ist der Zusammenhalt und der Gemeinschaftssinn unter Medizinstudenten und -studentinnen doch überdurchschnittlich hoch und auch wenn du anfangs niemanden kennst, wird es dir bestimmt nicht schwer fallen, Anschluss zu finden. Denn, auch wenn du gerne studierst, solltest du natürlich auch in deiner lernfreien Zeit gute Erfahrungen machen. 

Zusammengefasst kann ich sagen, dass dir das Medizinstudium trotz stressigen Phasen und herausfordernden Situationen bestimmt viel Freude bereiten wird, sofern das Interesse von deiner Seite aus da ist. Deshalb gilt es, immer weiter an seinem Traum zu arbeiten, um in irgendwann zur Realität werden zu lassen.

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