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Wie du 10 Punkte bei Emotionen erkennen erreichst

Im Jahr 2017 wurde der MedAT um den Untertest „Emotionen erkennen“ erweitert, um die Empathie und das Einfühlungsvermögen der Teilnehmenden zu testen. In 15 Minuten lernst du 10 fiktive Personen anhand eines kurzen Textes kennen und sollst anschließend deren Gefühlslage einschätzen. Viele stellen sich hier die Frage, ob man denn für diesen Untertest wirklich lernen kann. Bei dem Untertest Gedächtnis & Merkfähigkeit gibt es Strategien, die auf jede Aufgabe gleichermaßen angewandt werden können und bei gutem Beherrschen so gut wie immer zum Erfolg führen. Emotionen erkennen gestaltet sich in dieser Hinsicht ein wenig anders, da jedes Beispiel individuell betrachtet und analysiert werden muss. Wie könnte so ein Beispiel aussehen und wie solltest du vorgehen? 

Übungsbeispiel Emotionen erkennen – wie findest du eine Lösung? 

Um zu veranschaulichen, welche Gedanken du dir zu jeder Aufgabe machen solltest, stelle ich dir zuerst eine Übungsaufgabe, die wir anschließend Schritt für Schritt aufschlüsseln werden, um zur richtigen Lösung zu kommen. 

Lisa ist Medizinstudentin und bereitete sich wochenlang intensiv auf eine große Prüfung vor. Trotz ihrer großen Bemühungen hat ihre erreichte Punktzahl am Ende nicht zum Bestehen gereicht. Später trifft sie ihre Freundin, die viel weniger gelernt hat als Lisa, jedoch mit einem sehr guten Ergebnis bestanden hat. Lautstark prahlt sie mit ihrer hohen Punktzahl, von der Lisa nur träumen könnte. Wie fühlt sich Lisa in dieser Situation? 

  eher wahrscheinlich  eher unwahrscheinlich 
Sie ist enttäuscht. 
Sie ist eifersüchtig. 
Sie ist motiviert. 
Sie ist ängstlich. 
Sie ist neidisch. 

Was solltest du bei Emotionen erkennen beachten?

Wir alle wissen, dass Gefühle etwas völlig Individuelles sind. Du selbst würdest dich in dieser Situation vielleicht anders fühlen als Lisa und das gestaltet die Beantwortung oft etwas schwieriger. Deshalb solltest du dich wirklich nur auf den Text in der Angabe beziehen und daraus Emotionen ableiten. Ob Lisa normalerweise schnell wütend wird, oft traurig ist, eher ruhig ist oder zu überschwänglichen Emotionen neigt, kannst du gar nicht wissen, deswegen solltest du dir darüber auch nicht den Kopf zerbrechen.  

Nach dem Lesen des Textes wirst du mit fünf Emotionen konfrontiert. Wenn du dich gut auf den Untertest vorbereiten möchtest, solltest du dich damit auseinandersetzen, wie diese Emotionen überhaupt definiert sind. Bei Enttäuschung ist die Bedeutung wahrscheinlich noch relativ einleuchtend und viele von uns waren schon einmal über ein schlechtes Prüfungsergebnis enttäuscht, vor allem dann, wenn wir eigentlich viel dafür gelernt haben. Hier wäre als „eher wahrscheinlich“ anzukreuzen. Aber was ist eigentlich genau der Unterschied zwischen eifersüchtig und neidisch? Im Alltag werden diese zwei Begriffe oft als Synonyme verwendet, die sie aber eigentlich nicht sind. Eifersucht beschreibt in erster Linie das Gefühl, wenn man von einer Bezugsperson scheinbar nicht genügend Aufmerksamkeit und Zuneigung bekommt. Jene Zuneigung wird allerdings einer dritten Person geschenkt, auf welche man dann eifersüchtig ist. Lisa hat in dieser Situation also keinen Grund, um eifersüchtig zu sein. Neid bezeichnet das Gefühl, wenn man gerne etwas hätte, das eine andere Person hat. Dies trifft in diesem Fall zu, immerhin hätte Lisa auch gern ein besseres Prüfungsergebnis erzielt. 

In manchen Fällen kann eine nicht gelungene Prüfung durchaus motivierend sein. In diesem Fall wird dies allerdings eher unwahrscheinlich sein, da Lisa bereits viel gelernt hat und durch diesen Rückschlag wohl eher verzweifelt als motiviert sein wird. Auch ängstlich wäre in diesem Fall keine wahrscheinliche Emotion. Immerhin wird Lisa nur durch die nicht bestandene Prüfung keiner akuten Bedrohung ausgesetzt, zumindest wissen wir nicht davon. 

Tipps und Tricks für Emotionen erkennen

Handle jede Aussage so ab, wie im obigen Beispiel: Was zeichnet die genannte Emotion aus? Passt sie zu der geschilderten Situation? Die geschilderte Situation ist hierbei wirklich nur das, was auf dem Angabezettel steht. Theoretisch könnte man die Geschichte so weiterinterpretieren, dass fast jede Emotion irgendwie wahrscheinlich wäre, aber dies würde am Ziel vorbeischießen.  

Für die Beurteilung der Gefühle solltest du dich in die genannte Person hineinversetzen können. Allerdings musst du trotzdem neutral bleiben. Ein Choleriker würde in Lisas Situation vielleicht sehr wütend über das Verhalten der Freundin werden. Dies entspricht jedoch nicht der wahrscheinlichen Reaktion eines durchschnittlichen Menschen. Hör also auf dein Gefühl, lass dich aber nicht ausschließlich davon leiten, sondern beurteile die Situation auch von einer außenstehenden Perspektive.  

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass man auch in diesem Untertest durch regelmäßigen Üben bessere Ergebnisse erzielen kann. Versuch also, durch das Lösen von Beispielen ein Gefühl für die neutrale Beurteilung von Geschehnissen zu bekommen, indem du jede Situation Schritt für Schritt durchgehst. Mit etwas Übung und der Kenntnis über die Bedeutung der Emotionen steht deinem Erfolg nichts mehr im Wege.  

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