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Wie du 40 Punkte beim BMS-Teil Biologie des MedAT erreichst

Biologie ist die Wissenschaft der belebten Natur. Das sagt zumindest der Duden. Darüber hinaus ist die Biologie auch der Themenbereich, der dir beim BMS-Teil des MedAT ganze 40 Punkte einbringen könnte. Das entspricht wiederum 17 % deines Gesamtergebnisses. Diesbezüglich stellt sich jedoch eine große Frage: Wie beantwortest du alle 40 Fragen richtig und holst dir die volle Punktzahl?

Biologie ist ein „Lernfach“. Um in Biologie möglichst viele Punkte zu sammeln, brauchst du also eine gute Vorbereitung. Dafür möchte ich dir in diesem Artikel ein paar Tipps auf den Weg mitgeben.

MedAT Biologie – Was muss ich da eigentlich alles wissen?

Biologie hast du höchstwahrscheinlich schon als Fach in der Schule kennengelernt. Was genau musst du davon jetzt auch für den MedAT können? Um das herauszufinden, empfehle ich dir eine Anmeldung im Virtuellen Medizinischen Campus. Diese Seite wurde von der Medizinischen Universität Graz entwickelt, die MedAT-Inhalte gelten aber genauso für die drei anderen Studienorte Wien, Innsbruck und Linz. Nach deiner Anmeldung kannst du hier auf offizielle Dokumente zum MedAT zugreifen, unter anderem auf Stichwortlisten zu den vier Fächern des BMS. Diese Stichwortlisten werden übrigens jährlich aktualisiert. Wenn du den MedAT letztes Jahr bereits geschrieben hast, wäre es also trotzdem hilfreich, dieses Jahr noch einmal einen kurzen Blick darauf zu werfen. Über jegliche Änderungen und Neuigkeiten zum MedAT informieren wir dich übrigens auch immer auf unserem Instagram-Account.

Hast du dir die Biologie-Stichwortliste angesehen, weißt du schon grob welche Themen gefragt werden. Grundsätzlich werden diese Themengebiete auf Schulniveau geprüft. Jedoch wurde bestimmt nicht alles an jeder Schule gleich gut abgearbeitet, deswegen würde ich dir in Biologie definitiv raten, dich in dem ein oder anderem Unterpunkt noch etwas genauer einzulesen. Während du in der Schule wahrscheinlich auch einiges über Pflanzen und Tiere gelernt hast, ist dies für den MedAT größtenteils irrelevant. Der menschliche Körper wird hingegen gerne etwas genauer geprüft, als es in vielen Schulen üblich ist. Wie viel du noch zusätzlich lernen musst, ist somit von deinem individuellen Bildungsweg abhängig. Um dir einen Überblick über alle Themen zu verschaffen, kann ich dir das BMS-Lernskript sehr ans Herz legen. Dieses Buch erklärt dir jedes Thema nochmal von Grund auf und genau, aber nicht zu genau. Natürlich kannst du dich auch an der Stichwortliste entlanghanteln und dir den Stoff selbst aus deinen Schulbüchern oder anderen Fachbüchern erarbeiten. Wenn du deinem Lernplan allerdings schon ein bisschen hinterherhinkst, kann ein gekauftes Skript, das auf den MedAT zugeschnitten ist, dir einiges an Zeit ersparen.

Wie soll ich lernen? – Tipps zur Vorbereitung

Nun, da du den zu lernenden Stoff kennst, könnte ich dir einfach sagen: Fang rechtzeitig mit dem Lernen an, präg dir alles gut ein, lern noch etwas mehr, übe mit Beispielfragen und dann lern nochmal, so viel du kannst. Leider stimmt es auch, dass du einige Dinge einfach auswendig lernen und immer wieder wiederholen musst. Aber wie lernst du diesen ganzen Stoff am besten? Das hängt ganz von deinem Lerntyp ab!

Lernstrategien und -materialien

Leider gibt es keine Universalformel dafür, wie man sich die gesamte Biologie des MedAT perfekt einprägen kann. Immerhin ist jeder Mensch völlig individuell. Das spiegelt sich auch im Lernverhalten wider. Wenn du noch gar nicht weißt, wie du deine BMS-Vorbereitung angehen sollst, dann überlege, wie du dich bisher auf Prüfungen oder Schularbeiten vorbereitet hast.

  • Konntest du in der Schule immer schon im Unterricht sehr viel mitnehmen? Dann sind Videokurse oder Webinare vielleicht das Richtige für dich.
  • Du hast immer von Gruppenarbeiten und dem Austausch mit Anderen profitiert? Dann such dir Lernpartner:innen. Kennst du niemanden persönlich, dann versuch es doch mal in Facebook-Gruppen oder auf Instagram.
  • Lernst du lieber alleine und in deinem eigenen Tempo? Dann solltest du wahrscheinlich auf ein Skript zurückgreifen oder dir selbst eins zusammenstellen. Dieses kannst du dann ganz nach deinen Vorstellungen durcharbeiten.
  • Bist du ein visueller Lerntyp? Dann könntest du etwas mehr Zeit einplanen, um dir zu jedem Thema Plakate zu erstellen, die ganz auf dein Lernverhalten abgestimmt sind. Das Arbeiten mit Farben und Abbildungen verbessert dein Lernmaterial.
  • Hast du dich schon immer gerne mit viel Übung abgesichert? Sowohl online als auch in gedruckter Form gibt es zahlreiche Beispielfragen, die du lösen kannst.

Nachdem du dir deine Lernmaterialien organisiert hast, kommt der nächste und wahrscheinlich anstrengendste Schritt: Lern den Stoff! Doch im BMS-Lernskript umfasst der Themenbereich Biologie ganze 235 Seiten und du wirst dir sicher nicht alles bis ins kleinste Detail merken können. Deshalb musst du herausfinden, was du überhaupt wie genau lernen willst. Hier empfehle ich dir die Zuhilfenahme von Altfragen.

Altfragen – Wie setze ich sie am besten ein?

Den MedAT gibt es bereits seit 2013. Somit konnten auch schon einige Erfahrungswerte gesammelt werden. Eine offizielle Altfragensammlung für den MedAT gibt es leider nicht. Allerdings findest du hier (Link einfügen) eine Übersicht der Themen, die in den letzten Jahren besonders gerne abgeprüft wurden. So kannst du dich orientieren, worauf du deinen Fokus legen solltest. Dieses Dokument wurde anhand von Gedächtnisprotokollen von Testteilnehmer:innen erstellt.

Hier wirst du schnell bemerken, dass meistens von fast jedem Thema zumindest irgendetwas geprüft wird und sich die Bereiche immer wieder ein bisschen abwechseln. Ich möchte dich also nicht dazu animieren, ein Thema völlig wegzulassen, nur weil es schon seit 2018 nicht mehr geprüft wurde. Jedoch kannst du ein bisschen besser abschätzen, wie sehr du bei welchem Thema in die Tiefe gehen solltest.

Altfragen können eine gute Unterstützung beim Lernen sein, allerdings darfst du dich auch nicht vollkommen auf sie verlassen. Die Testersteller:innen kommen bestimmt jedes Jahr wieder auf neue Ideen für gute Fragen, die noch nie so ähnlich gestellt wurden. Trotzdem fallen Themen auf, die in jedem Jahr gerne gefragt wurden.

Oft wird einem geraten, Altfragen zu nutzen, um kurz vor einer Prüfung nochmal abzuprüfen, ob man schon alles weiß. Natürlich ist das eine gute Möglichkeit, um seine eigene Leistung einzuschätzen. Wenn du dann allerdings bemerkst, dass du ein Thema erst viel zu ungenau gelernt hast, ist es schon fast zu spät. Deshalb empfehle ich dir, nicht erst zwei Tage vor dem MedAT auf die Altfragenstatistiken oder -sammlungen zurückzugreifen. Ganz am Anfang deiner Lernphase, wenn du noch gar nichts weißt, wirst du damit allerdings auch noch nicht allzu viel anfangen können.
Wenn du schon einiges gelernt hast und dir ein gewisses Grundwissen in allen Themen angeeignet hast, wäre der perfekte Zeitpunkt, um Altfragen so in deinen Lernplan einzubauen:

  1. Lies dir die Fragen durch und überlege, ob du sie lösen könntest.
  2. Wenn du sie schon lösen kannst: Top!
  3. Wenn du sie noch nicht lösen konntest: Hat die notwendige Information in deinem Skript gefehlt oder konntest du dich einfach nicht mehr daran erinnern? Hier kannst du dann ansetzen, um dich weiter zu verbessern.
  4. Egal ob richtig oder falsch gelöst: Versuche, dich noch an weitere Informationen rund um dieses Thema zu erinnern. Wie würdest du beispielsweise deinem Lernpartner erklären, wie du auf diese Antwort gekommen bist?
  5. Bearbeite dein Skript. Hebe Dinge hervor, die schon oft gefragt wurden, oder ergänze Informationen, die du noch für notwendig hältst.

Biologiefragen der letzten Jahre – ein Überblick

Wenn man sich die Fragen der letzten Jahre so ansieht, fällt beispielsweise auf, dass das Thema Zellzyklus schon häufiger relativ genau abgefragt wurde. Hier solltest du also auch auf spezifische Randthemen wie das Crossing-Over näher eingehen. Dazu wurde seit 2015 fast jedes Jahr eine Frage gestellt und letztes Jahr sogar gleich zwei.

Extrawissen

Du hast noch gar nicht Biologie gelernt und fragst dich, was dieses Crossing-Over überhaupt sein soll? Leider kann ich dir in diesem Blogartikel nicht die ganze Biologie des MedAT erklären, aber eine grobe Definition des Crossing-Over sollte sich ausgehen: Das Crossing-Over findet während der Meiose, genauer in der Prophase I, statt. Zu einer Meiose kommt es dann, wenn Eizellen oder Samenzellen gebildet werden. Unsere Körperzellen haben 46 Chromosomen in 23 Paaren, wobei innerhalb eines Paares jeweils ein Partner aus der Samenzelle unseres Vaters und der andere Partner aus der Eizelle unserer Mutter stammt. Diese beiden bilden ein homologes Paar. Das heißt, sie entsprechen einander, sind aber nicht gleich. Bei der Meiose trennen sich diese Paare, sodass jede Samen- oder Eizelle nur mehr 23 Chromosomen beinhaltet. So kommt beispielsweise ein Chromosom 7 in die eine Samenzelle und das andere Chromosom 7 in die andere. Um die genetische Variabilität zu erhöhen, tauschen sich diese beiden Chromosomen 7 allerdings noch aus. Ein kleines Stück von dem einen wechselt seinen Platz mit dem entsprechenden Stück des zugehörigen Partnerchromosoms. Dieser Vorgang wird Crossing-Over genannt. So entstehen zwei Chromosomen 7 mit völlig neuen Kombinationen. Diesen Vorgang vollzieht natürlich nicht nur das Chromosomenpaar 7, sondern alle 23 Paare, deren Partner dann wiederum zufällig auf die neuen Geschlechtszellen verteilt werden. Jetzt kannst du dir überlegen, wie wahnsinnig unwahrscheinlich es war, dass damals genau du entstanden bist.

Vielleicht konnte ich mit dieser kurzen Erklärung dein Interesse an der Genetik wecken. Dabei handelt es sich nämlich um ein Unterkapitel, das äußerst gerne und jährlich abgefragt wird. Hier empfehle ich dir, mit Kreuzungsschemata zu arbeiten, und diese auch selbst erstellen zu können. Aus ihnen kannst du beispielsweise ablesen, wie wahrscheinlich ein Kind von einem erkrankten Elternteil an einer gewissen vererbbaren Krankheit erkranken wird. Das kommt wiederum ganz auf den Erbgang dieser Krankheit an. Regeln zu diesen Erbgängen wurden schon in den 1860ern erforscht und nein, nicht von einem Mediziner, sondern von einem Priester. Dabei handelt es sich um die Mendelschen Regeln – das hast du wahrscheinlich schon einmal gehört, oder? Dazu kamen 2021 ebenfalls zwei Fragen.

Zoomt man bei der Genetik sozusagen noch etwas näher heran, stößt man auf die molekulare Genetik. Hier wurde 2021 der neue Unterpunkt RNA-Typen hinzugefügt. Erweiterungen der Stichpunktliste solltest du immer etwas genauer unter die Lupe nehmen. Wenn dieser Lernstoff schon neu dazugekommen ist, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit auch abgeprüft werden.

Auch die menschliche Zelle ist ein Thema, das jedes Jahr abgefragt wird. Hier sind die Zellorganellen und deren Aufgaben ein wichtiger Unterbereich. Und welche dieser Zellorganellen werden eigentlich von einer Doppelmembran umschlossen? Wie werden Stoffe in die Zelle aufgenommen und durch sie transportiert? Auch das Wort Bürstensaum solltest du mal nachschlagen und in deine Unterlagen aufnehmen, danach wurde 2021 nämlich gefragt.

Der menschliche Körper ist der mit Abstand größte Themenbereich und umfasst sämtliche Organsysteme des Menschen. Sieht man sich Statistiken an, macht dieses Unterthema ganze 50% der gestellten Fragen in Biologie aus. Achtung: Auch hier wurden die Stichworte 2021 erweitert. Das neue Thema Skelettsystem wurde beim diesjährigen MedAT auch gleich in vier Fragen abgeprüft und hat somit wahrscheinlich auch dieses Jahr deine ganz besondere Aufmerksamkeit verdient. Auch Fragen zu den Themen Nervensystem, Atmung, Immunsystem, Hormonsystem, Verdauungssystem und zur Fortpflanzung und Embryologie kommen so gut wie jedes Jahr. Wenn du dich für das Medizinstudium interessierst, dürfte es dir allerdings relativ viel Spaß machen, dich mit eben diesen Themen zu beschäftigen. Davon bekommst du dann im Studium noch jede Menge mehr.

Nun noch zwei kleinere Themen: Ökologie und Evolution. Hier habe ich schon des Öfteren gehört, dass man solche kleinen Unterpunkte sowieso nicht beachten sollte. Dieser Meinung bin ich absolut nicht, da gerade Ökologie und Evolution zwei leicht verständliche Themenbereiche sind. Hier musst du dich mit ein paar Begriffen, Definitionen und Experimenten auseinandersetzen und schon hast du 2-3 Punkte mehr.

Wann soll ich zu lernen beginnen?

Auch eine sehr häufig gestellte Frage: Wann soll ich mit dem Lernen beginnen?

Vor allem beim BMS hängt das sehr davon ab, wie du die Jahre vor dem MedAT verbracht hast. Wer gerade seinen Biologie-Master abgeschlossen hat, wird für den Biologie BMS eher nicht mehr so viel lernen müssen. Auch wenn du schon Sanitäter:in oder Pfleger:in bist, wirst du wesentlich mehr über den menschlichen Körper wissen als der Durchschnitt. Wer ein naturwissenschaftliches Gymnasium besucht hat, ist hier auch klar im Vorteil.

Hast du noch keinen blassen Schimmer von Biologie, würde ich dir empfehlen, dich mindestens drei Monate vor dem Testtag das erste Mal mit den Themen des BMS auseinanderzusetzen. Wenn du allerdings schon sehr viel Vorwissen hast, reicht wahrscheinlich ein Monat, um dein Wissen aufzufrischen, zu vertiefen und an den MedAT anzupassen. Wie du dabei zeitlich genau vorgehst, kannst du beispielsweise in einem Lernplan festhalten.

Lernplan – brauche ich das überhaupt?

Ein Lernplan kann dir dabei helfen, deine Lernzeit besser zu strukturieren. Nachdem du dir die Stichwortliste angesehen hast, solltest du überlegen, wie schnell du die einzelnen Themen abarbeiten kannst. Das hängt dann natürlich ganz davon ab, wie viel du über jedes dieser Stoffgebiete schon weißt. Hier ist es in jedem Fall extrem wichtig, realistisch zu bleiben und lieber etwas zu viel Zeit einzuplanen als zu wenig. Hängst du am dritten Tag schon fünf Tage hinterher, wirkt dein Lernplan wahrscheinlich eher demotivierend und überfordernd. Diverse Lernpläne gibt es auch schon online zu finden. Auch unser BMS-Lernskript ist mit zwei Lernplänen (je nach Können, Zeit und Schnelligkeit) versehen. Diese sind aus diversen Erfahrungswerten entstanden. So ein Zeitplan könnte dir eine gute Übersicht bieten, wenn du noch gar keine Ahnung hast, wie du an das ganze Thema rangehen sollst.

Brauche ich wirklich die volle Punktzahl?

Der Titel meines Artikels ist etwas plakativ gewählt. Natürlich brauchst du nicht die volle Punktzahl in Biologie (und auch in keinem anderen Untertest), um einen Studienplatz zu ergattern. Und selbst wenn deine Vorbereitung absolut perfekt verläuft, kann dich schon ein einfacher Denkfehler am Testtag einen Punkt kosten. Hast du dich aber insgesamt gut vorbereitet und bist auch für die anderen Untertests gut gewappnet, wird das nichts ausmachen und du wirst trotzdem eine Zusage erhalten.

Auch wenn es nicht klappen sollte, musst du immer in Erinnerung behalten, dass der MedAT eine absolute Momentaufnahme ist. Das heißt, dein Testergebnis ist nicht nur von deinem Lernerfolg abhängig, sondern auch davon, wie du die Nacht davor geschlafen hast, was du gefrühstückt hast, wie dein Sitznachbar riecht und wie du mit Nervosität umgehen kannst. Lass dich von einem verhauten MedAT also nicht unterkriegen und probier es im nächsten Jahr erneut. Dann hast du bei deinem ersten Versuch auch schon in Echtzeit Altfragen gesammelt und kannst reflektieren, warum es nicht für eine höhere Punktzahl gereicht hat.

Leider würde es den Rahmen dieses Blogartikels völlig sprengen, wenn ich dir jedes Thema genau erkläre. Trotzdem würde ich mich sehr freuen, dich weiter beim Lernen für den BMS unterstützen zu dürfen!

BMS-Webinar für den MedAT

5 Wochen lang, alle Themen des BMS. Orientiert am Lernskript für den BMS.

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