MedAT erfolgreich blog bild get-to-med

Der österreichische Medizinertest zum Studium: MedAT

Wer in Österreich an einer staatlichen Hochschule Human- oder Zahnmedizin studieren möchte, muss den österreichischen Medizinertest erfolgreich bestehen. Was das genau bedeutet, erläutern wir euch in diesem Artikel.

Aufbau des MedAT

Der MedAT, also besagter Medizinertest, prüft verschiedenste Fähigkeiten sowie Faktenwissen in naturwissenschaftlichen Fächern ab. Zu diesem Zweck ist er in vier Testteile untergliedert, die sich wie folgt gestalten:

Basiskenntnistest für medizinische Studien (BMS) 40 %

ein mathematisch-naturwissenschaftlicher Wissenstest der aus den Teilen Biologie (40 Fragen), Chemie (24 Fragen), Physik (18 Fragen) und Mathematik (12 Fragen) besteht

Textverständnis (TV) 10 %

derjenige Test-Teil der die Lesefähigkeit und das Verständnis von Textinhalten abprüft

Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten 40 %

ähnelt einem Intelligenztest sehr und besteht aus den Teilen Figuren zusammensetzen (15 Aufgaben), Allergieausweise (25 Aufgaben), Zahlenfolgen (10 Aufgaben), Implikationen erkennen (10 Aufgaben) und Wortflüssigkeit (15 Aufgaben)

Sozial-emotionale Kompetenzen 10 %

eine Art Situational Judgement Test, bei dem die Fähigkeiten Soziales Entscheiden (10 Aufgaben) und Emotionen erkennen (10 Aufgaben) geprüft werden

Die Anmeldung für den MedAT startet traditionell am 01. März jeden Jahres und läuft genau einen Monat. Ab diesem Zeitpunkt kann man sich also für einen von 1536 Human- oder 144 Zahnmedizin-Studienplätzen in Österreich bewerben - doch schon hier ist Vorsicht geboten. Denn obwohl sich das Verhältnis von Studienplätzen zu Bewerbern (ca. 15 000 im Jahr 2017) mit ca. 1 zu 10 im Rahmen gehalten hat, funktioniert die Studienplatzvergabe ziemlich kontraintuitiv.

MedAT Informationen zu den Bewerberzahlen get to med Blogbild get-to-med

Studienplatzvergabe

An allen vier Hochschulen (Wien, Innsbruck, Graz und Linz) werden die Studienplätze für Human- sowie Zahnmedizin in einem neuen, im Jahr 2018 eingeführten Verfahren Stufenweise vergeben (s. Abb. 1.1):

Das nachfolgend erläuterte Verfahren wurde schon 2017 erstmals bei der Studienplatzvergabe von der JKU Linz angewandt.

  • 1. Schritt

    Im ersten Schritt gehen 75 % aller Studienplätze an die Bewerber mit österreichischer Hochschulzugangsberechtigung (zuvor AU-Quote), die die besten Testergebnisse (Gesamtwerte) erzielt haben.

  • 2. Schritt

    Im zweiten Schritt konkurrieren die nicht zugelassenen Österreicher mit allen Bewerbern, die eine Hochschulzugangsberechtigung aus einem EU-Mitgliedsstaat vorzuweisen haben (zuvor EU-Quote) um die nächsten 20 % der Studienplätze.

  • 3. Schritt

    Im letzten Schritt konkurrieren diejenigen Bewerber, die in den vorherigen 20 % keinen Studienplatz erhalten haben, also sowohl EU-Ausländer als auch Österreicher, mit den Nicht-EU-Ausländern (zuvor Nicht-EU-Quote) um die letzten 5 % der Studienplätze.

Gesamtwert = der Prozentsatz an erreichten Punkten zur maximal erreichbaren Punktzahl im gesamten MedAT. Zur Bestimmung des Gesamtwertes werden alle vier Testteile (BMS mit 40%, TV mit 10%, KFF mit 40 % und SEK mit 10 %) zusammenaddiert. Anhand dieses Wertes werden die Testteilnehmer gereiht und erhalten je nachdem einen Studienplatz oder nicht.

Im Vergleich dazu wurden vor 2018 75 % der Studienplätze an Bewerber der AU-Quote, 20 % an Bewerber der EU-Quote und 5 % der Studienplätze an Bewerber der Nicht-EU-Quote vergeben.

Zulassungschancen an verschiedenen Standorten für Humanmedizin

Was bedeutet das für den einzelnen Bewerber konkret?

Es heißt, dass man sich seinen Studienort mit Bedacht auswählen sollte. Die Auswahl der Universität steht nämlich jedem Bewerber frei und man kann zu dieser Zeit (Mitte März 2018) über die Bewerberzahlen nur Mutmaßungen anstellen.

Wieso sind die Bewerberzahlen überhaupt wichtig?

Je mehr Leute sich pro Universität und Quote auf einen Studienplatz bewerben und dadurch miteinander konkurrieren, desto höhere Gesamtwerte muss ein Bewerber erreichen, um einen Studienplatz zu erhalten.

Wo habe ich mit höchster Wahrscheinlichkeit die besten Chancen?

Das kommt natürlich auf die Quote (Hochschulzugangsberechtigung) an. Für Bewerber mit Matura ist 2017 Innsbruck der Studienort gewesen, an dem man die geringste Konkurrenz (4 Bewerber pro Platz) hatte und den niedrigsten Gesamtwert (ca. 70 %) erreichen musste.

Für EU-Ausländer hingegen sah die Sache letztes Jahr ganz anders aus: Man musste 2017 als EU-ler in Innsbruck zwar gegen 25 weitere Bewerber um einen Studienplatz konkurrieren, wurde aber mit einem Gesamtwert von 77, 5 % schon zum Studium zugelassen, hatte es also neben Wien (77 %) am einfachsten. Am schwersten war es für diese Bewerbergruppe hingegen in Graz. Obwohl hier „nur“ 13 Bewerber auf einen Studienplatz kamen, musste man einen Gesamtwert von ca. 80 % erlangen, um zugelassen zu werden.

An welchem Studienort ihr die größten Chancen auf einen Studienplatz habt, könnt ihr anhand eines Selbsttests unter folgender Seite herausfinden:

https://www.get-to-med.com/wo-bewerben-medat

Wie wirkt sich die neue Regelung auf die Studienplatzvergabe aus?

Mit der neuen Regelung sollen zunächst österreichische und im nächsten Schritt auch EU-Bewerber bevorzugt werden. In der Praxis ist die Konkurrenz in der EU-Quote in allen Standorten aber von vornherein schon derart hoch, dass die Gesamtwerte der zuletzt zugelassenen EU-ler in der Vergangenheit stets höher waren, als die besten Gesamtwerte der Bewerber der AU-Quote, die in ihrer Quote nicht zugelassen worden sind. Das bedeutet, dass diese neue Regelung keine bis nur geringe Konsequenz auf die ohnehin schon hohen, vorbestehenden Grenzwerte in der alten EU-Quote haben sollte. Die Nicht-EU-ler hingegen werden es in Zukunft extrem schwer haben einen Studienplatz zu bekommen, da die besten, nicht zugelassenen Bewerber der anderen Quoten in der Vergangenheit so gut wie immer bessere Gesamtwerte vorzuweisen hatten als die meisten Nicht-EU-ler.

Vorbereitung auf den MedAT

Es gibt eine große Zahl an Unternehmen die Dienstleistungen für die Vorbereitung auf den MedAT anbieten. Begonnen bei Kursen, bis hin zu Büchern und e-Learning-Plattformen gibt es eine immense Zahl an Angeboten die in ihrer Qualität nicht unterschiedlicher sein könnten. Wer sich nicht im Dschungel der MedAT-Angebote verlieren will, dem haben wir einen Vergleich der Bücher, Kurse und Lernportale herausgesucht, der unter folgendem Link zu finden ist:

https://www.get-to-med.com/lernhilfen-fuer-den-medat#rankSection

Lohnt sich ein Vorbereitungskurs für den MedAT?

Ganz ehrlich: nein. Jedoch erspart einem ein Vorbereitungskurs sehr viel Recherchearbeit und gibt eine genaue Richtung an, die man im Rahmen der Vorbereitung auf eine so wichtige Prüfung einschlagen sollte. Darüber hinaus muss man aber selbst entscheiden, ob man 350-1990 € für Wissen ausgeben will, dass man sich in zwei bis drei Wochen mit Sicherheit selbst aneignen kann.

Wie kann ich mich selbstständig vorbereiten?

Wie oben vorweggenommen gibt es sehr viele Möglichkeiten sich auf den MedAT vorzubereiten. Eine dieser Möglichkeiten sind Online-Lernplattformen. Diese gibt es zuhauf an verschiedensten Stellen im Internet - man muss sie nur suchen. Sie befassen sich hauptsächlich mit den kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, wobei viele der Lernplattformen in letzter Zeit die restlichen Testteile auch in ihr Repertoire aufgenommen haben. Dabei ist die einzige, komplett kostenlose Lernplattform die von get-to-med (https://www.get-to-med.com/).

Außerdem gibt es sehr viele Bücher und Skripten zum Textverständnis, den sozial-emotionalen Kompetenzen und den schon erwähnten kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten - auch durch Eigenrecherche im Internet leicht zu finden.

Für die Vorbereitung auf den aufwendigsten und wichtigsten Teil des MedAT, den BMS, wird es zumindest in der Literaturabteilung zukünftig wahrscheinlich einen Paradigmenwechsel geben. Denn wo früher der Lernstoff aus Biologie, Chemie, Physik und Mathematik mit einem Sammelsurium an wild zusammengewürfelten Büchern mosaikartig zum Prüfungswissen zusammengesetzt werden musste, gibt es ab diesem Jahr ein Lehrbuch, welches alles Wissen an einem Ort versammelt. Es ist das erste und einzige umfangreiche Lehrbuch, dass sich nur mit den Themen des BMS befasst und genau auf die Bedürfnisse der Testteilnehmer zugeschnitten ist - Das Lernskript für den BMS der Elsevier GmbH (ISBN-13: 9783437440601).

Zum Lernskript für den BMS: https://shop.elsevier.de/medat-201819-9783437440601.html

In diesem Sinne: Viel Erfolg bei eurer Vorbereitung und noch viel mehr Erfolg im anschließenden Studium!